01 76/27 51 51 25 info@sterntaler-jugendhilfe.de

stationäre Jugendhilfe

Unser Grundsatz ist: Der beste Platz zum Aufwachsen für ein Kind ist eine stabile Familie. In der Familie lernen Kinder, wie Beziehungen gestaltet werden und vor allem, dass Beziehungen auch über längere Zeiträume stabil bleiben können. In der familienähnlichen Struktur unserer Kleinsteinrichtung lernt das Kind den Umgang mit Konfliktsituationen und kann Gefühlen wie Wut, Angst, Freude und Trauer begegnen.

Lage und Gebäude

Die familienorientierte Kleinsteinrichtung der Sterntaler Jugendhilfe liegt in einer verkehrsberuhigten Spielstraße in einem ruhigen Wohngebiet in Rheine im Stadtteil Eschendorf. Die ruhige Lage innerhalb des Wohngebiets stellt eine der Voraussetzungen für eine kindgerechte Entwicklung dar.

Das Gebäude der Kleinsteinrichtung ist ein nach dem Niedrigenergiestandard erbautes Holzständerhaus. Die Einrichtung wird energetisch zu 100 % aus erneuerbarer Energie versorgt. Die Mobilität wird in der Regel sichergestellt über die Nutzung der Fahrräder sowie über zwei elektrisch betriebene PKW. Jedem aufgenommenen Kind steht ein eigenes Zimmer zur Verfügung.

Konzept

Das Angebot der Kleinsteinrichtung Sterntaler stellt ein speziell entwickeltes Konzept zur nachhaltigen Betreuung in unserer Einrichtung über Tag und Nacht dar. Die gesetzliche Grundlage für die vollstationäre Betreuung ist in den §§ 27 und 34, SGB VIII zu finden. In Ausnahmefällen kann auch ein Kind auf der Grundlage des § 35a KJHG aufgenommen werden. Unsere familienorientierte Wohngruppe steht momentan mit 6 Plätzen für Mädchen und Jungen in einem Aufnahmealter zwischen 6 und 10 Jahren zur Verfügung. Wir nehmen junge Menschen auf, die vorübergehend oder langfristig nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können und daher ein stabiles Lebensumfeld und einen erhöhten Erziehungs- und Förderbedarf benötigen.

Durch das von uns geschaffene dauerhafte und kontinuierliche Beziehungsangebot sollen die bei uns aufgenommenen Kinder zu einem selbstbewussten und eigenverantwortlichen Leben erzogen werden. Dadurch soll den Kindern eine nachhaltige gesellschaftliche Integration ermöglicht werden. Alle pädagogischen Zielsetzungen sind an der Entwicklung und den individuellen Möglichkeiten des Einzelnen orientiert:

  • Entlastung der Kinder und der Herkunftsfamilien, um neue Entwicklungen zu ermöglichen
  • Stärkung der personalen und sozial–emotionalen Kompetenz der Heranwachsenden
  • Förderung des Selbstbewusstseins
  • Entwicklung eines geschlechtsspezifischen Rollenverständnisses
  • Aufbau tragfähiger Beziehungen
  • Förderung einer aktiven und individuellen Freizeitgestaltung
  • Aufbau individueller Netzwerke
  • Integration in das gesellschaftliche Umfeld
  • Verbesserung der Lern- und Entwicklungschancen
  • Förderung der schulischen Entwicklung
  • Regelmäßiger Besuch von Kindergarten, Schule und Ausbildungsstätte
  • Abschluss von Schule und / oder Ausbildung
  • Training von lebenspraktischen Fertigkeiten
  • Entwicklung von Lebens- und Zukunftsperspektiven
  • Verbesserung der Beziehung zur Herkunftsfamilie
  • Unterstützung und Förderung des Verselbständigungsprozesses bzw. die Begleitung in andere Hilfemaßnahmen oder der Rückkehr in die Herkunftsfamilie

Gemeinsames Leben in der Einrichtung

Die wesentliche Grundlage unseres pädagogischen Alltags stellt das gemeinsame Leben in unserer Einrichtung dar. Dieses ist durch ein tägliches und gesundes Miteinander geprägt. Durch das Schaffen von Strukturen und Orientierungsvorgaben bieten wir den bei uns aufgenommenen Kindern ein kontinuierliches und authentisches Beziehungsangebot. Um den Kindern das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln, ist es wichtig, dass aufgestellte Regeln und Strukturen des Tagesablaufs nachvollziehbar sind und gemeinsam gestaltet und erarbeitet werden. Dazu gehört auch das gemeinsame Trainieren von lebenspraktischen Fertigkeiten, welches im Alltagsgeschehen integriert ist. Anfallende Aufgaben im Haushalt und Garten werden unter entwicklungsangemessener Anleitung und Unterstützung durchgeführt. Hierbei liegt die Konzentration auf einer ressourcenorientierten Pädagogik, welche die Stärken der Kinder hervorhebt.

Ruhe und Regelmäßigkeit

Die bei uns aufgenommenen Kinder sollen die Möglichkeit erhalten, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und zur Ruhe zu kommen. Überschaubare Rahmenbedingungen wie ein geregelter Tagesablauf tragen dazu bei und schaffen Raum für Erfolgserlebnisse. Unsere festgelegten Regeln und Zeiten orientieren sich zudem an einem „normalen“ Alltag. Um den Kindern eine positive Entwicklung zu ermöglichen sind kontinuierliche und wiederkehrende Rituale, wie die tägliche Erledigung verschiedener Ämter, gemeinsames Kochen, ein wöchentlicher Gruppenabend, Reflexionsgespräche, festgelegte Förder- und Therapiezeiten und festgelegte Hausaufgaben- und Freizeiten, fester Bestandteil unseres Alltags. Das tägliche Miteinander in unserer Einrichtung stellt ein wesentliches Erfahrungsfeld für die Kinder dar.

Pädagogische Arbeit

Die in unserer Kleinsteinrichtung aufgenommenen Kinder haben oft ein negatives Selbstbild. Durch die im Alltag erfolgenden Rückkoppelungen innerhalb unserer pädagogischen Arbeit soll dieses negative Selbstbild korrigiert und die Beziehungsfähigkeit der Kinder gestärkt werden. Auf Grund vergangener Erfahrungen zeigen die Kinder meist auffälliges Verhalten in Form von Störungen im Nähe – Distanz – Verhalten, Lernstörungen, Aggressivität oder Misstrauen gegenüber ihren Mitmenschen. Durch unsere Arbeit mit den Kindern soll den Kindern die eigene Problematik bewusst werden. Dies bildet dann die Grundlage für die Veränderung des Verhaltens. Wir wollen den Kindern auf der Grundlage eines humanistischen Weltbildes entsprechende Werte und Normen vermitteln. In den im Alltag erlebbaren Konfliktsituationen sollen die Kinder ein Verhalten erlernen, was ihnen ermöglicht, Konflikte konstruktiv auszutragen. Formen von Gewaltanwendung sind in unserer Einrichtung untersagt. Unsere pädagogischen Fachkräfte üben gemeinsam mit den Kindern, wie und warum Grenzen eingehalten werden und wie sich ein wertschätzender und respektvoller gegenseitiger Umgang gestaltet. Um dies zu erreichen ist es für die Kinder von großer Bedeutung, sich selbst mit den eigenen Grenzen besser kennen zu lernen, aber auch im Miteinander der Gruppe, die Grenzen anderer zu erkennen und akzeptieren zu können. Über diesen Weg erarbeiten wir gegenseitigem Verständnis, Respekt und Rücksichtnahme innerhalb unseres Zusammenlebens.

Stabile Beziehungen

Im Zentrum unserer Arbeit steht die Ausbildung der Fähigkeit Beziehungen aufzubauen und diese langfristig zu stabilisieren. Beziehungen entstehen durch den zwischenmenschlichen Kontakt. Wir arbeiten in unserer Einrichtung nach dem therapeutischen Kontaktmodell aus der Gestalttherapie. Demnach entsteht der zwischenmenschliche Kontakt über die 9 Grundgefühle: u.a. Freude, Trauer, Wut, Angst und Liebe. Der Zugang zu den Kindern als Grundvoraussetzung unserer pädagogischen Arbeit entsteht über diese Grundgefühle. Als ersten Schritt unserer Arbeit verstehen wir das Finden dieses Zugangs. Dies ist der wesentliche Baustein und die Grundlage der weiteren Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen.

Kontinuierliche Präzens der Bezugsperson

Erziehung bedarf, um wirksam zu werden, der Beziehung. Ein wesentlicher Baustein zum Aufbau einer stabilen Beziehung ist die kontinuierliche Präsenz des Bezugspersonen. Eine weitere Bedingung zur Herstellung von Beziehung stellt ein klares Regelsystem einhergehend mit klaren Strukturen dar. Hierdurch entsteht für die bei uns lebenden Kinder Sicherheit und Vertrauen. Auf dieser Grundlage wird der Aufbau von Beziehung möglich. Durch das Zusammenleben in der Familie Reiske entsteht die Möglichkeit für die Kinder und Jugendlichen, gegenseitig voneinander zu lernen. Die erwachsenen Bezugspersonen nehmen eine Vorbildfunktion ein und vermitteln innerhalb dieses natürlichen Lernprozesses Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber, die Gestaltung von partnerschaftlichem Verhalten, konstruktives Konfliktlöseverhalten, das Akzeptieren eigener und fremder Grenzen und positive Gruppenerlebnisse. Kinder und Jugendliche, die schon länger in unserer Einrichtung wohnen, können ihre Erfahrungen in die Gruppe einbringen und an Jüngere weitergeben.

Stärkung der Kinder und Opferbegleitung

Unser grundsätzliches Ziel ist die Stärkung der Kinder. Diese Stärkung erfolgt durch das Schaffen eines Zugangs zu den eigenen Gefühlen. Erst wenn die Kinder dieses Gespür entwickeln haben, werden sie sich selbst bewusster und somit selbstbewusster.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Opferbegleitung. Wir sehen uns in der Lage, Kinder aufzunehmen, die in ihrem bisherigen Leben Traumata auf Grund von Gewalt oder sexualisierter Gewalt erleben mussten. Gerade diesen Kindern möchten wir eine bodenständige Unterstützung im Aufbau und Erhalt von verlässlichen zwischenmenschlichen Beziehungen bieten. Unsere primäre Motivation liegt darin, diesen Kindern ihre Würde wieder zu geben und sie an ein selbstbestimmtes Leben heranzuführen, in welchem die Abwertung der eigenen Person überwunden werden kann. Durch unser professionelles Team sind wir in der Lage gerade für diese Kinder ein stabiles Zuhause zu schaffen und den pädagogischen Alltag entsprechend zu gestalten.

Aktive Freizeitgestaltung

Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist eine aktive Freizeitgestaltung für und mit den jungen Menschen. Wir stellen Spiel- und Bastelmaterial zur Verfügung, leiten den Umgang mit Medien an, beraten und motivieren zu einer individuellen Gestaltung der Freizeit. Seit mehr als 25 Jahren lebt die Familie ohne einen Fernseher. Die dadurch entstehende reizarme Atmosphäre schafft Freiräume für andere Aktivitäten. Die bei uns aufgenommen Kinder haben die Möglichkeit ausgesuchte Filme oder Serien mittels eines Beamers anzusehen. Unser Schwerpunkt innerhalb des Zusammenlebens und auch der Freizeitgestaltung liegt auf Kommunikation und Interaktion. Wir legen großen Wert darauf, dass jedes Kind entweder einer sportlichen oder musisch / kreativen Aktivität nachgeht.

Sport und Spielgelegenheiten

Das Hallenbad, das Freibad, die Eissporthalle und das Jahnstadion befinden sich in 500 m Entfernung von der Einrichtung und sind schnell erreichbar. Neben Sport- und Spielangeboten, gemeinsamen Ausflügen fördern unsere Mitarbeitenden Kontakte zu Freunden und Nachbarn und die Teilnahme am Sport- und Vereinsleben in Rheine. Außerdem werden die Geburtstage der Kinder, Ostern, die Adventszeit und Weihnachten gefeiert.

 

Die Kleinsteinrichtung Sterntaler ist Mitglied im Wassersportverein Rheine und nutzt regelmäßig die Großkanadier des Vereins für Ausflüge auf der nahe gelegenen Ems. Die bei uns lebenden Kinder bekommen in diesem Rahmen die Möglichkeit das Schwimmen und Fahrradfahren zu lernen. Gerade am Wochenende veranstalten wir des Öfteren Fahrradtouren gemeinsam mit den bei uns aufgenommenen Kindern.

 

Ferienzeit und gemeinsame Erlebnisse

In den Ferien bieten wir eine ein- bzw. zweiwöchige Ferienmaßnahme mit unterschiedlichen Zielen, wie beispielsweise die deutschen Nordseeinseln, Holland und im weiteren europäischen Ausland an.

Durch gemeinsame Unternehmungen in der Freizeit wollen wir eine Atmosphäre der Zusammengehörigkeit schaffen und diese weiter fördern. Die Kinder werden in die Gestaltung des Freizeitprogramms einbezogen.

Kontakt aufnehmen

Haben Sie Fragen zu unserem Angebot? Oder brauchen Sie vielleicht Unterstützung in einem unserer Bereiche? Dann kontaktieren Sie uns gerne. Sie können uns eine Nachricht über das Kontaktformular schicken dann rufen wir Sie gerne zurück.

Ihre

Sterntaler Jugendhilfe

1 + 8 =